Da es immer wieder Diskussionen zum Thema Clicker gibt, möchte ich dazu einen kurzen Überblick und eine Empfehlung geben.
Clickertraining basiert auf der klassischen Konditionierung nach Iwan Pawlow, bei der ein neutrales Geräusch (Click) durch ständige Wiederholung mit einer Belohnung (Futter) verknüpft wird. Der Click wird zum Signal für Erfolg, wodurch das Tier lernt, erwünschtes Verhalten zu zeigen, um eine Belohnung zu erhalten. Es ist eine präzise Form der positiven Verstärkung.

Aufbau
Am Anfang fängt der Hund mit dem Click nichts an. Er steht dem Clicker neutral, eventuell auch neugierig und im schlimmsten Fall sogar ängstlich gegenüber. Die erste Übung ist den Clicker „schmackhaft“ zu machen, also ihn mit der eigentlichen Belohnung (Leckerli) zu verknüpfen.
Dazu braucht man eine große Anzahl an kleinen Leckerlies und eine ruhige, ablenkungsfreie Umgebung.
Übung 1: der Hund sitzt neben Dir, sieht er Dich an – Click und Leckerli. Du kannst das Ganze auch mit einem Kommando verknüpfen, z.b. den Hundenamen oder „Schau“. Sieht der Hund Dich an – Click und Leckerli.
Sinn der Übung: Aufmerksamkeit, Verknüpfen des Clickers mit der Belohnung
Übung 2:
– Variante 1: Der Hund geht an der Leine neben Dir und schnüffelt. Du sprichst ihn an. Er blickt Dich an – Click und Leckerli.
– Variante 2: Der Hund geht neben Dir an der Leine. Du sprichts ihn nicht an, er blickt Dich an – Click und Leckerli.
Sinn der Übung: Konditionieren der Kontaktaufnahme zu Hundeführer, Leinenführigkeit
Übung 3:
Du rufst den frei laufenden Hund mit Namen und „Hier“ zu Dir (z.b. „Atari Hier !“). Der Hund kommt zu Dir und steht/sitzt usw. bei Dir – Click und Leckerli.
In weiterer Folge kannst Du erweitertes Gehorsamkeitstraining und deren Kommandos über diesen Weg aufbauen. Wichtig ist, dass der Hund versteht was er machen soll und der Click zeitnahe erfolgt.
Markerwort
Statt des Clickers kann natürlich auch ein Markerwort verwendet werden, wie z.b. „Fein !“,“Jawohl!“ oder „Super !“ Dieses Argument wird von den Gegnern des Clickertrainings oft angeführt und es ist richtig, dass es den Clicker ersetzen kann. Ich verwende das Markerwort zusätzlich zum Clicker. Mehr davon im nächsten Abschnitt.
Markerwort vs. Clicker
Der Vorteil des Markerworts ist, dass man keinen Clicker braucht und die Hände frei hat. Das war es aber schon.
Bei der Verwendung des Markerworts ist folgendes zu beachten:
- Es muss immer das gleiche Markerwort verwendet werden.
- Die Stimme/Stimmlage soll immer gleich sein
- Das Markerwort muss genauso wie der Click zeitnah erfolgen
Im Gegensatz zum Markerwort bietet der Clicker viele Vorteile:
- Der Click ist immer gleich und und vom Ton her neutral
- Ich kann ein Markerwort/Lob aus zusätzliche dritte Ebene im Training einführen. Wenn die Übung aus mehreren Abschnitten besteht, kann ich das Markerwort als „Zwischenergebnis“ verwenden. Am Ende, wenn alles soweit passt, dann der Clicker. Click und Leckerli.
- Verwende ich nur das Markerwort, fehlt mir diese Ebene.

Empfehlung
Ich war lange kein Freund des Clickers. Speziell wenn mehrer Hunde am Platz in der Gruppe trainieren ist der Clicker mehr hinderlich als nützlich, da ständig herumgeclickert wird. Sind nur wenige Hunde am Platz und der Platz entsprechend groß ist das kein Problem.
Im Privatbereich habe ich allerdings den Clicker zu schätzen gelernt. Er ist ein ideales Hilfsmittel, wenn Positionen trainiert werden, bei denen es auf Exaktheit ankommt. Auch beim Trainingsaufbau und beim sog. „Shaping“ ist der Clicker sinnvoll.
Hat man einen Pöbelix an der Leine ist er aber mehr umständlich als nützlich, da der Hund dann auf den Clicker nicht mehr reagieren wird, weil die Konfrontation/Gefahr mit den anderen Hund einen höheren Stellenwert als der Clicker hat. Da kann das sogar kontraproduktiv wirken, speziell dann wenn zu spät oder falsch bestätigt wird. Es wird dann das falsche Verhalten des Hundes sogar konditioniert und das im schlimmsten Fall mit fatalen Folgen.
Man soll den Clicker daher nur dort verwenden, wo man in der Lage ist ihn richtig einzusetzen. Dort ist er aber ein sinnvolles Werkzeug für das Training !
(c)MMayrhofer/Spaß beim Hundessport